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St. Michaeliskirche

St. Michaeliskirche

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St. Michaeliskirche
Auf dem Michaeliskloster 2b
21335 Lüneburg
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Die St. Michaeliskirche ist eine der drei Hauptkirchen Lüneburgs. Als ehemalige Klosterkirche nimmt sie zudem eine Sonderstellung unter den Sakralbauten Lüneburgs ein.

Der älteste Beleg der Kirche St. Michaelis in Lüneburg stellt gleichzeitig die älteste urkundliche Erwähnung unserer Stadt dar: Darin sichert Otto I. im Jahr 956 dem Michaeliskloster die Zolleinnahmen aus den Verkäufen der Saline zu. Zu diesem Zeitpunkt steht das Michaeliskoster mit Kirche noch in der Burg auf dem einst 80 m hohen Lüneburger Kalkberg. Nach der Zerstörung im Zuge des Lüneburger Erbfolgekrieges, wurde das Kloster fünf Jahre später, im Jahr 1376 in unmittelbarer Nähe neu errichtet. Heute steht die St. Michaeliskirche auf den Grundfesten des ehemaligen Benediktinerklosters, dessen Überreste noch heute sichtbar sind. Von außen an der Chorseite fällt der Blick in den Kapitelsaal, der einst für Lesungen oder Gerichtsverhandlungen diente und 1978 ausgegraben wurde.

Im Inneren zeigt sich die St. Michaeliskirche heute von einer eher schlichten Ausstattung, denn sie wurde im 18. und 19. Jahrhundert vollständig umgebaut. Eine ihrer wertvollsten Kostbarkeiten, die Goldene Tafel, die einst den Altar zierte, fiel dem berühmten Kirchenräuber Nickel List und seiner Bande zum Opfer. Im Südschiff kann man noch heute ihren Wert anhand von Bildtafeln nachvollziehen. Ein besonders Kunstwerk ist die von dem Bildhauer David Schwenke geschaffene Kanzel aus dem Jahr 1602.

Wie die gesamte Westliche Altstadt hat auch die St. Michaeliskirche mit Senkungsschäden zu kämpfen: Die zehn wuchtigen Säulen, die das Kirchenschiff tragen, neigen sich teilweise über 60 cm zur Seite und werden durch Holzkonstruktionen stabilisiert.

Zu den Chorsängern der Klosterschule St. Michaelis in Lüneburg gehörte von 1701 bis 1702 auch Johann Sebastian Bach - der Kirchplatz heißt heute Johann-Sebastian-Bach-Platz.