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  • Julia aus Lüneburg

„De Sulte“- Lüneburgs zweites Wahrzeichen

Aktualisiert: 12. Aug. 2021

Für viele ist das alte Holzschiff, das da auf der Ilmenau vor den Pontos Am Stintmarkt liegt, neben dem Lüneburger Rathaus das schwimmende Wahrzeichen der Stadt. Der Salzewer „De Sulte“ wurde nach historischen Vorbildern aus dem 15. Jahrhundert von jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss gebaut. 2009 ging das Holzboot vom Stapel und liegt seit dem im Lüneburger Hafen. Eine ehrenamtliche Mannschaft von rund 15 Leuten, die zum Förderkreis des Deutschen Salzmuseums Industriedenkmal Saline Lüneburg e.V. gehören, kümmert sich nicht nur um die Pflege und Instandhaltung, sie gehen mit dem Ewer auch auf Fahrt.

Der historische Salzewer liegt seit 2008 im Lüneburger Hafen am Stint. Foto: St.-Böthig

Einer von ihnen ist Jens-Peter Fiedler. Der Pensionär gehört zum Vorstand des Vereins, hat einen Bootsführerschein und ist deshalb einer von sechs Schiffsführern. „Uns ist es ein Anliegen mit den Fahrten die Geschichte für die Leute erlebbar zu machen, sie für unseren Verein zu begeistern und dadurch vielleicht den einen oder anderen Mitstreiter zu gewinnen.“


Jens-Peter Fiedler ist Schiffsführer auf dem Ewer.

Die Ilmenau war neben der Salzstraße ein wichtiger Transportweg auf dem das kostbare Lüneburger Salz der Saline in die Hansestädte Lübeck und Hamburg geliefert wurde. Flussabwärts bis zur Elbe fuhren die mit Salz beladenen Ewer mit der Strömung. Stromaufwärts wurden die Schiffe getreidelt; das heißt, von Hand gezogen. Und wie das vor rund 400 Jahren funktioniert hat, das zeigen die Mitglieder des Förderkreises Interessierten gern bei einer Fahrt auf der „De Sulte“.

„Mit dem Ewer fahren wir zunächst bis nach Bardowick, dort stellen wir gemeinsam mit der Besatzung den Mast“, erklärt Jens-Peter Fiedler. „Dann wird getreidelt, das heißt, das Schiff wird von ein paar Leuten an Land gezogen. Etwa 400 Meter reichen für den ersten Eindruck, wie das früher so war“, sagt der 64-Jährige lachend. „Das ist ganz schön anstrengend, man bekommt aber ein sehr gutes Gefühl dafür, wie die Menschen damals ackern mussten.“

Zurück geht es dann wieder mit Motorenkraft. Rund vier Stunden dauert der Ausflug. Zehn Personen können mitfahren. Während der Fahrt erzählen die Ehrenamtlichen natürlich auch ganz viel über den Ewer und Lüneburgs salzige Geschichte. Zum Beispiel, dass der Ewer ein Plattbodenschiff war, das mit bis zu drei Mann Besatzung vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert das Niederelbe-Gebiet befuhren. Rund 20 Tonnen Ladung konnten transportiert werden. Die Schiffer brauchten von Lüneburg bis nach Lauenburg mehrere Tage. Dort wurde das Salz auf andere Schiffe umgeladen und auf dem Stecknitz-Kanal weiter nach Lübeck verschifft.


Regelmäßige Fahren bietet der Verein nicht an. Aber auf Anfrage freuen sich die Mitglieder, Interessierten gegen eine Spende, auf der Ilmenau Lüneburgs salzige Geschichte erlebbar zu machen.


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