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  • Julia aus Lüneburg

Museum Lüneburg – anschaulich, spannend, nah und authentisch

Aktualisiert: 24. Sept. 2021

Der Gründungsbau des Museum Lüneburg stammt von 1851. Der Neubau wurde 2015 eingeweiht. Hier trifft buchstäblich Geschichte aufeinander. Das Alte und Neue in sieben Räumen. Dazu regelmäßig Sonderausstellungen von Kunst über Kultur und Geschichte bis zu Energiewende und Digitalisierung. Das Museum Lüneburg vereint Sammlungen aus der Kulturgeschichte, Archäologie und Naturkunde. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich immer die Salz- und Hansestadt sowie die Region.


Und so beginnt der Museumsrundgang mit einem Einstieg in den Lüneburger Untergrund. Wie sind der Kalk- und Kreideberg entstanden? Und warum ist die Geologie so wichtig für das heutige Erscheinungsbild von Lüneburg? Die BesucherInnen erfahren: Was tief unter unseren Füßen liegt, hatte maßgeblichen Einfluss auf das Leben und die Geschichte der Menschen hier. Der Salzstock, der Lüneburg zu einer der reichsten Städte Norddeutschlands gemacht hat. Der Kalkberg, dessen Gips die Stadt hat wachsen lassen.


Gezeigt wird eine ganzheitliche Perspektive aus Archäologie, Kulturgeschichte und Naturkunde. „Dafür wurde das Museum 2015 auch ausgezeichnet. Ein Preis für die interdisziplinäre Arbeit von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung“, berichtet Museumsdirektorin Heike Düselder.

So ist es möglich, dass 4.600 Millionen Jahre auf 25 Meter Wandfläche anschaulich dargestellt werden. Vom Beginn des Erdzeitalters bis zum Menschen. Ein besonderer Blickfang: ein 18 Millionen Jahre alter Findling aus einer Kiesgrube bei Neetze.


Von der Thematik „schichten und schieben“ geht es weiter zu „wachsen und gestalten“ – eine Zeit in der der Mensch anfing seine Umwelt zu prägen. Hier wird unter anderem erklärt, dass die Lüneburger Heide, ohne den Menschen nicht existieren würde. Die Menschen machten sich den Boden nutzbar, hielten Schafe, betrieben Ackerbau, wurden sesshaft. Lüneburg entstand.

In den Ausstellungsräumen dreht es sich nun um „gründen und bauen“ und „herrschen und herausfordern“. Beischlagwangen prägen die Eingänge der schmucken Häuser wohlhabender Bürger. Eine Siedepfanne ist ausgestellt. In ihr kochten Salinenarbeiter die Sole zu Salz. Ein ganz besonderer Blickfang: der Falttisch, ein fast sieben Meter langer Holztisch mit einer prächtig bemalten Platte. Er ist das älteste bekannte Tischmöbel Deutschlands und eine der wenigen Überreste aus der Burg vom Kalkberg, die einst über Lüneburg thronte. „Er fiel bei der Eroberung der Burg 1371 an die Stadt und wurde als Siegestrophäe imRathaus aufbewahrt“, so Heike Düselder. „Über die Jahrhunderte geriet der Tisch in Vergessenheit und wurde erst 1928 in einer Seitenkammer des Rathauses wiederentdeckt.“

Der Falttisch ist ein fast sieben Meter langer Holztisch mit einer prächtig bemalten Platte. Foto: Peter Eberts

Die Objekte aus den Kirchen, den Schulen und der Ritterakademie, private Sammlungen und ein Raritätenkabinett bilden den Grundstock des Museums. Sie sind einzigartige Zeugnisse der Neuzeit, in der es um „glauben und wissen“ und „finden und forschen“ ging. Zu sehen sind Funde aus den unzähligen Kloaken Lüneburgs: Keramik, Ofenkacheln, Terrakotten, Töpferware, Handwerkszeug und vieles mehr.

Foto: Peter Eberts

So ist das Museum Lüneburg am Ende ein Ort des „erinnerns und erhaltens“. Es vereint längst vergangene Zeiten mit dem hier und heute. Anschaulich, spannend, nah und authentisch. Eine Reise, die jede Lüneburgerin, jeder Lüneburger und jeder Gast unbedingt einmal machen sollte. Für Kinder und Jugendliche ist der Eintritt sogar frei!






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